bringt junge blinde und sehbehinderte Menschen up to date
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00:00:10: Hallo, viele Menschen die schon mal ein Semester im Ausland studiert haben berichten dass das eine ganz tolle Erfahrung für sie war.
00:00:16: Dass man dadurch das Selbstbewusstsein stärkt, dass es... dass man reicher wird an Erfahrungen, dass man aufgeschlossener wird für andere Kulturen Erfahrungen macht und Menschen kennenlernt, die man zu Hause so nicht gemacht und kennengelernt hätte dass man die Sprache vertieft und so weiter und sofort.
00:00:33: Das sind alles Vorteile, die man mit dem Auslandstudium verbindet Und ich selbst habe zwar nicht im Ausland studiert aber ich hab da gearbeitet also da als wenn das ein Ort wäre.
00:00:44: Ich kann für mich bestätigen, dass es für mich ein sehr selbst stärkendes Erlebnis war.
00:00:48: Aber wenn man blind ist dann ist das natürlich nicht ganz so einfach wie wenn man sehen kann ins Ausland zu gehen.
00:00:53: Da muss man vielleicht noch ein paar Sachen bedenken oder anders machen Aber es ist möglich und ich spreche heute mit einer Frau, die das gemacht hat.
00:01:00: Bei mir ist Jada und ich bin total begeistert dass sie leibhaftig vor mir sitzt.
00:01:04: Wir sind nicht per Zoom verbunden sondern wir sitzen hier wirklich person-to-person in einem Raum.
00:01:08: Hallo Jada schön
00:01:09: dass du da bist.
00:01:10: Ja hallo Robbie danke dass sich hier sein darf in dieser sehr schönen Wohnung sehr ruhig Man hört Vögel von draußen ist wirklich eine sehr schöne Gegend hier.
00:01:18: Ich bin Jada, ich bin vierundzwanzig werde jetzt im Sommer fünfund zwanzig Und ich komme ursprünglich aus Dämenhorst, das ist bei Bremen und bin da auf eine Grundschule gegangen.
00:01:31: Später dort aus Gymnasium gegangen habe dann Ami gemacht und bin dann fürs Studium nach Hannover gezogen.
00:01:36: Dort studiere ich jetzt seit ein paar Jahren Englisch- und Politikgesellschaft offiziell auf Lehramt.
00:01:42: aber ich möchte die Lehramtsoptionen eigentlich streichen und würde dann gerne etwas anderes machen was das steht natürlich ganz fest.
00:01:48: Ich bin noch im Entscheidungsprozess.
00:01:51: genau Dadurch, dass das Englisch mein Hauptfach ist muss ein Auslandssemester oder einen Auslandsaufenthalt absolviert werden.
00:01:58: Das war sozusagen verpflichtend!
00:02:00: Ich hätte das auch irgendwie anders machen können glaube ich.
00:02:02: also ich hätte ja auch irgendwelche Sprachkurser oder so machen können oder einen verkürzten Auslands-Aufenthalt machen können.
00:02:08: aber ich wollte eigentlich auch sehr gerne das ausnahmen.
00:02:09: Ich wollte ein Semester in einem anderen Land verbringen und es war eigentlich eine perfekte Gelegenheit dann zu sagen okay es ist verpflichten dann mache ich das einfach.
00:02:18: Es gab einige Partnerunis in Großbritannien, die jetzt aber nicht so interessant waren.
00:02:23: Das waren keine Städte, die sehr interessant waren.
00:02:27: Deswegen dachte ich gehe einfach weiter weg und habe mich dann sozusagen für die USA entschieden weil es ein anderer Kontinent ist eine ganz andere Kultur eigentlich ein sehr teures Land.
00:02:38: das Studium kostet sehr viel gerade für internationale Studenten.
00:02:42: Und deswegen habe ich gedacht diese Gelegenheit darf ich wahrscheinlich nur einmal und dann mache ich das einfach Genau, und dann bin ich sozusagen für von Januar bis Mai in diesem Jahr im Springsemester sozusagen in die USA gegangen.
00:02:53: Nach Nebraska das ist im hinteren Westen, es ist im Prinzip in der Mitte von den USA würde ich sagen Ich bin jetzt nicht die bessere Geografie aber ich denke schon Genau, die Winter sind sehr kalt und die Sommer sind glaube ich auch sehr heiß.
00:03:06: Ich war jetzt nur im Winter da!
00:03:08: Okay, ich hake jetzt nochmal kurz ein.
00:03:09: weil wir vorher nach Nebraska fahren müssen wir nochmal kurz darüber reden.
00:03:14: also wie bereitet man denn so einen Auslandsstudium vor?
00:03:18: Jetzt mal abgesehen von der Blindheit.
00:03:19: aber was muss man überhaupt machen um einen Auslandsstudium oder den Auslandssemester zu studieren.
00:03:25: Man muss ja sicherlich irgendwelche Stellen anlaufen, man muss bestimmte Papiere besorgen und so weiter.
00:03:30: was braucht man
00:03:31: da?
00:03:31: Ja genau das war schon ein ziemlich langer Prozess.
00:03:34: also es steht ja überall man soll sehr viel Zeit im Planen.
00:03:37: das stimmt auch tatsächlich.
00:03:38: ich habe erst mal angefangen mich bei meinem Hochschulbüro sozusagen für Internationales beworben.
00:03:44: die führen dann Auswahlgespräche durch also an der Uni sozusagen und die entscheiden dann okay wen schicken wir jetzt dieses Semester ins Ausland.
00:03:51: Das war ungefähr, ich hab ein Jahr vorher sozusagen oder so neun Monate im Voraus würde ich sagen.
00:03:59: Bei uns an der Uni war das so, dass die Uni Teil eines großen Netzwerks ist mit ganz vielen Partneruniversitäten auf der ganzen Welt.
00:04:05: Das nennt sich ISAP, also International Student Exchange Programms und von da gab es dann ganz viele Unis in den USA über hundert Stück oder so zwischen denen man aussuchen konnte bzw.
00:04:16: man musste eine Reihenfolge festlegen.
00:04:19: Ich glaube das meiste begehrte war San Diego auf Platz eins bei mir.
00:04:23: Und dann musste man aber noch so fünf, sechs weitere Unis auswählen und da wurde quasi ausgelost.
00:04:28: Genau!
00:04:30: Dann war sozusagen dieser Bewerbungsprozess bei ISAP.
00:04:33: Da haben die dann ganz viele Unterlagen wollten sie haben und man musste eine Gebühr zahlen.
00:04:38: Das waren jetzt in meinem Fall fünf tausend Euro.
00:04:40: Darin waren aber die Unterkunft und Verpflegung.
00:04:44: Für ISAP oder generell für das Auslandssemester an sich brauchte man auch einen Sprachnachweis.
00:04:48: Ich habe es bei TOFFEL gemacht Genau, und das hat auch ziemlich lange gedauert.
00:04:53: Auch da muss man ziemlich viel Zeit einplanen.
00:04:56: Man bekommt eine Zeitverlängerung... ...und auch einen Nachteilsausgleich in Form von Screenreader- und Breizeile wenn man möchte.
00:05:05: Aber dafür brauchte ich dann ein Attest.
00:05:07: aber das Attest muss auf Englisch sein weil die Zentrale von Toffel sich in den USA befindet.
00:05:13: Ich musste meinen Augenarzt Vorformuliert sozusagen, ich hab so ein bisschen die Begriffe recherchiert.
00:05:20: Was ist auf Englisch heißt?
00:05:21: Die Diagnose?
00:05:23: Genau!
00:05:23: Hab das dann beim Augenarzt geschickt und gefragt ob er das unterschreiben kann.
00:05:28: Dann habe ich das Attest eingereicht... ...dann hat es irgendwie sehr lange gedauert bis sie einen Termin vereinbart haben mit einer Prüfstelle sozusagen.
00:05:35: also man kann sich einfach so irgendwo machen.
00:05:39: Ich musste nach Berlin fahren.
00:05:40: dafür und tatsächlich weil das so lange gedauert hat mit der Prüfung sozusagen musste ich mein Austernsemester und ein Semester verschieben.
00:05:49: Also, ich konnte diesen Test einfach nicht rechtzeitig absolvieren.
00:05:52: Und dann habe ich gefragt meine Uni ob ich sozusagen auch einen Semester später gehen darf und die haben da Ausnahme gemacht und dann ging das Genau.
00:05:59: Ich habe mich dann auch zeitgleich für ein Stipendium beworben bei Fullbright.
00:06:04: Wir hatten so Reisestipendien, die decken sozusagen... ich glaube das waren zwei tausend Euro, das deckt einfach die Reisekosten ab und da musste man dann auch Motivationsschreiben einreichen.
00:06:14: und was muss man noch einreichen?
00:06:18: Ich glaube das Transkript der Noten sozusagen, genau.
00:06:21: Und das habe ich dann zum Glück auch bekommen und damit waren eigentlich die größten Vorbereitungen abgeschlossen natürlich auch das Visum.
00:06:28: Das hat auch ein bisschen gedauert.
00:06:29: Ich glaube so ein zwei Monate würde ich sagen dafür bin ich dann auch nochmal nach Berlin gefahren in die Botschaft.
00:06:36: Und ja, das waren so die größten Schritte oder die Formalier sozusagen, die geklärt werden mussten.
00:06:41: Okay, jetzt würde ich gerne nochmal kurz in Deutschland bleiben und zwar du hast gesagt, du studierst an der Uni Hannover?
00:06:47: Wie fühlst du dich denn da als Glinde eigentlich aufgehoben?
00:06:49: also kommst du dann alle der Materialien ran, kriegst du deine Nachteilsausgleiche oder musst du dir die einzeln erkämpfen?
00:06:57: Ich würde sagen, die Uni ist teilweise sehr barrierefrei bzw meine Studiengänge funktionieren schon sehr gut.
00:07:05: Die Dozenten und Dozentinnen sind sehr flexibel, also immer wenn ich irgendwas gebraucht habe oder so hat das sehr gut funktioniert.
00:07:12: Nachlehrsausgleich hab' ich auch immer bekommen, es war recht unkompliziert.
00:07:17: Genau!
00:07:17: Also... Dadurch, dass ich Englisch studiere war einfach sehr viel Text und das war schon ziemlich gut lesbar sozusagen.
00:07:25: Also da gab es jetzt keine großen Barrierefreiheitsprobleme würde ich sagen.
00:07:29: Klar mancher waren einige Sachen eingescannt oder so und dann muss sich irgendwie eine OCR drüber laufen lassen.
00:07:33: Das war nicht ganz genau aber also eigentlich geht das alles schon irgendwie...
00:07:38: Okay und wie?
00:07:40: Kann man jetzt sicherstellen, dass die Zieluni das auch bieten kann?
00:07:43: oder ist es in den USA verstanden hat?
00:07:45: Also was also nicht gefahrläuft da hinzukommen und dann auf einmal heißt es aber für Blinde können wir gar nichts bieten.
00:07:54: Ich glaube das war eine der Gründe weshalb ich in die USA wollte weil ich mit vielen anderen Menschen schon gesprochen habe die dort waren und von denen weiß ich Barrierefreiheit gerade so an Schulen und Unis sehr wichtig ist.
00:08:06: Und ich glaube, es gibt auch ein Gesetz was das vorschreibt.
00:08:09: Ich glaube das heißt Americans with Disabilities Act.
00:08:12: Genau ADA.
00:08:13: Sobald ich weiß, gibt es da einige ziemlich klare Vorschriften die erfüllt werden müssen.
00:08:18: Ich kenne jetzt die genauen Gesetze Texte oder den genauen Inhalte nicht.
00:08:21: aber wie gesagt von dem was sich immer mitbekommen haben war dass die Unis eigentlich sehr flexibel waren und nach des Ausgleichen und alles mögliche immer genehmigt haben.
00:08:29: sozusagen Es gibt doch ein Angebot das sich Bookshare nennt.
00:08:32: Da sind sozusagen eine Online-Plattform mit ganz, ganz vielen Büchern.
00:08:37: Das meiste davon ist Beletristik aber es gibt auch einige wissenschaftliche Literatur dort... Ich weiß, ich hab Zeitschriften gibt es auch.
00:08:48: Also wirklich sehr viele Sachen die quasi digitalisiert vorliegen für blinde Menschen und diesen Account bekommt man durch die Uni und der ist dann auch kostenlos genau.
00:08:58: Und dann könntest du sozusagen Bücher, die wir gelesen haben einfach runterladen.
00:09:03: Und ich wusste vorher von Bookshare und ich wuste auch von dem ADA.
00:09:07: deswegen wollte eigentlich auch gerne dahin weil das ein bisschen den Vergleich haben wollte wie barrierfrei sind diese Uni jetzt wirklich in den USA?
00:09:13: Was könnte man vielleicht in Deutschland davon umsetzen?
00:09:16: Du hast also quasi das, was einen sehender Mensch auch durchlaufen muss.
00:09:19: Hast du alles durchlaufend absolviert?
00:09:21: Hast du denn außerdem noch irgendwelche blinden spezifischen Vorbereitungen getroffen?
00:09:26: Also weiß ich nicht... Was fällt mir ein?
00:09:27: Vorher mal hinfliegen und schonmal O&M-Training machen damit man auch überhaupt weiß wie komme ich dann von der Unterkunft zur Uni?
00:09:33: oder sich einen Tastplan ausdrucken oder irgend sowas?
00:09:37: Ja tatsächlich habe ich so ein paar Vorbereitungen versucht zu treffen.
00:09:40: Also, ich hab erstmal bei dem Ice-Helb da musste man ja verschiedene Unis aussuchen und meine Top Uni war San Diego oder das wäre der erste Platz unter anderem weil San Diego auch eine größere Stadt ist und damit auch etwas mehr öffentliche Nahverkehr hat glaube ich als jetzt andere kleinere Städte in den USA.
00:09:59: Die Uni war sehr groß und ich habe mir gedacht, okay meine große Uni hat bestimmt auch mehr Ressourcen für Menschen mit Behinderung oder vielleicht gibt es auch schon blinde Studenten die da schon sind.
00:10:07: Mit denen man wie kennenlernen kann oder so.
00:10:09: Deswegen war San Diego sozusagen auf Platz eins bei mir und weil das akademisch gepasst hat Und ich hab ICAP gefragt ob sie vielleicht nicht diesen diesen Bewerbungsprozess anpassen können bei mir.
00:10:22: Und ob sie mich manuell sozusagen an dieser Uni platzieren können, also normalerweise ist ja ein Algorithmus und das wurde ja gelost.
00:10:29: Ich hab's zweimal irgendwie gefragt, ich habe so'n bisschen mit denen diskutiert aber sind nicht drauf eingegangen.
00:10:34: Also das haben Sie dann irgendwie nicht gemacht.
00:10:36: Dann habe ich versucht in den hundert Unis die es gab Die meisten waren halt ganz kleine Colleges In irgendwelchen kleinen Städten wo ich einfach nicht hin wollte Und Angst hatte da einfach nicht mehr wegzukommen keinen ÖPNV gibt und die Uni so klein sind.
00:10:49: Deswegen habe ich größere Städte gesucht, also gab es zum Beispiel eine Uni in Denver.
00:10:53: von Denver weiß ich auch dass man da glaube ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln ziemlich gut wegkommt.
00:10:59: Denver war auf Platz zwei glaub ich und dann hab' ich noch ein paar andere rausgesucht und Omaha war halt auch darin weil die Uni einfach größer war.
00:11:06: und dann dachte ich okay größerer Uni.
00:11:08: wie gesagt bin ich ja davon ausgegangen das sie auf meine Bildungsmisse besser eingehen können.
00:11:13: Dann, als die Uni feststand – das wurde da ausgelost.
00:11:15: Oma haben wir an der sechsten oder fünften Stelle, glaube ich – dann habe ich die Uni angeschrieben und hab mich mit dem Disability Office sozusagen in Verbindung gesetzt und hab gesagt, ich bin blind und brauche wahrscheinlich den Materialien digital.
00:11:30: Dann haben sie mir nochmal diesen Bookshare-Account, den Link zugeschickt, damit ich das schon mal aktivieren konnte, hätte auch alles funktioniert.
00:11:36: Ich habe ja von Campus gewohnt in einem Wohnheim gefragt, ob ich sozusagen in der Wohnung wohnen könnte die nicht weit von den Klassenräumen entfernt ist oder von den Vorlesungsräumen.
00:11:50: Soweit ich weiß haben sie das glaube ich nicht umgesetzt.
00:11:53: es war schon ein Fußweg und ich habe mich am Anfang auch ziemlich auf verlaufen aber es ging dann irgendwie Ähm, was hab ich noch gemacht?
00:12:02: Ich hab meine Kurse ausgesucht und hab dann meine Dozenten angeschrieben.
00:12:04: Und hab auch mal mit denen gesprochen, dass ich blind bin und bald dort studieren werde ... und das die einfach Bescheid wissen.
00:12:12: Und ich habe gesagt, dass es sehr wichtig ist in den ersten ein, zwei Wochen oder drei, je nachdem wie viel Zeit ich brauche, dass irgendwer über den Campus läuft und mir alles erklärt.
00:12:21: Wo ist die Bibliothek, wo sind die Vorlösungsräume, wie komme ich vom Wohnheim zu den bestimmten Räumen
00:12:26: usw.?
00:12:27: Genau, das habe ich sozusagen vorher auch schon sichergestellt.
00:12:31: Ich bin ja im Januar hingeflogen und wir haben das glaube ich alles im November geklärt soweit ich weiß.
00:12:37: Also Sie haben dann jemanden abgestellt der quasi mit dir da über das Gelände geht und ihr sagt wo hier sind die Die Hörseele, da ist die Mensa und hier wohnst du?
00:12:47: Genau.
00:12:47: Das war jetzt kein O&M-Trainerin sozusagen, das war jemand vom Disability Office.
00:12:52: Ich glaube sie hatte vorher noch keinen O&Ms Training gegeben.
00:12:55: Aber ich muss sagen, sie hat das wirklich sehr gut gemacht Und sie hat sich auch sehr viel Zeit genommen.
00:12:59: Wir sind wirklich die ersten zwei Wochen sehr viel über den Campus gelaufen.
00:13:03: Das hat sehr gut funktioniert.
00:13:05: aber dazu kann ich später nochmal mehr erzählen.
00:13:08: Ja gut, dann fahren wir jetzt mal nach Nebraska.
00:13:10: Übrigens ein Bundesland über das Bruce Springsteen Jahr eines deiner schönsten Alpen
00:13:15: geschrieben
00:13:16: hat.
00:13:16: Nur mal so nebenbei!
00:13:18: Kann man sich ja mal auf seinem Streaming-Dienst dazu rauszuholen und laufen lassen um sich ein bisschen einzustimmen.
00:13:27: Jetzt nehmen uns mal mit.
00:13:27: wie war das?
00:13:28: Du kommst dahin da musst du ja schon aufgeregt sein bist da irgendwie am ersten Tag.
00:13:32: und wie lief das?
00:13:35: Ja, genau.
00:13:35: Es war wirklich sehr aufregend vor allem weil das Wetter nicht mitgespielt hat und meine Anreise dann sich verlängert hat um zwei Tage.
00:13:43: also mein Flug musste zweimal umgebucht werden.
00:13:45: Dann war ich irgendwann in Omaha.
00:13:48: Ich musste einmal umsteigen.
00:13:50: Genau, ich musste einmal umsteigen.
00:13:52: Und wenn man fliegt als blinde Person meldet oder zumindest mache ich das immer so?
00:13:57: Ich gebe das bei der Airline an und beim Check-in sozusagen sage ich dann auch nochmal dass ich Hilfe brauche bis zum Gate bzw.
00:14:04: bis zum Flugzeug eigentlich Genau.
00:14:07: Und dann kam auch immer jemand und hat mich dann vom Flugzeug abgeholt zum nächsten Geld gebracht, und auch als ich in Omaha angekommen bin, wurde ich dann vom Flugzeug ab geholt zur Tür gebracht und dort war dann zum Glück jemand von der Uni weil es wie Mitternacht war und die hat dann aber freundlicherweise mich abgehohlt und dann zum Wohnheim gefahren.
00:14:27: Okay das ist aber war das jetzt ein persönlicher Freundschaftsdienst?
00:14:32: oder machen die das generell?
00:14:33: Weil wir hätten die jetzt da aus dem Ausland kommen und ein Semester studieren.
00:14:37: Also eigentlich hätte man glaube ich einen Uwe-Gutschein bekommen, aber der hat wohl aus technischen Gründen nicht funktioniert oder so.
00:14:43: Und dann hat sie sozusagen angeboten mich abzuholen.
00:14:47: Ich würde schon sagen dass es eher ein Freundschaftssdienst war, ich weiß nicht ob Sie das bei... Aber doch!
00:14:52: Ich denke schon, dass er's auch bei sehenden Menschen gemacht hatte.
00:14:55: Einfach einer der Mensch.
00:14:56: Ja auf jeden Fall
00:14:58: Okay, und wie geht es weiter?
00:15:00: Jetzt kommst du zum ersten Mal auf den Campus oder du wohnst ja auf dem Campus.
00:15:03: Aber du bist jetzt da... Du driffst zum ersten mal deine Kommiliton-Innen und gehst da zuerst in Lesung.
00:15:09: oder wie war denn das?
00:15:11: Man ist doch dann total aufgeregt!
00:15:13: Ja, auf jeden Fall!
00:15:14: Also dadurch dass mein Flug hier verschoben wurde um mehrere Tage wegen dem Winterwetter habe ich die Orientation verpasst.
00:15:21: also die ersten wichtigen Tage in denen andere internationaler Studenten kennengelernt hätte und auch viele wichtige Infos bekommen hätte, die habe ich dann irgendwie alle so im Nachhinein Stück für Stück bekommen.
00:15:30: Das war natürlich ein bisschen nervig!
00:15:32: Ich bin am Samstag angekommen und Montag war schon die erste Vorlesung.
00:15:36: Und ich war in einer Wohnung mit drei anderen Studentinnen.
00:15:41: Jeder hatte sein eigenes Zimmer was übrigens auch nicht üblich ist für die USA.
00:15:45: eigentlich weil gerade diese College-Dorms sozusagen diese Wohnheime sind oft für zwei Personen pro Zimmer.
00:15:51: Deswegen fände ich es eigentlich sehr gut, dass Omar da so eine Ausnahmeregelung war.
00:15:55: Ich habe an vielen Unis das eben nicht so.
00:15:57: Das heißt, ich hatte zumindest mein eigenes Zimmer, so wie ich's in von Hannover auch gewohnt bin sozusagen.
00:16:02: und dann hat mich diese Frau vom Disability Office die auch wusste, dass ich verspätet angekommen bin, hat mich dann in den ersten paar Tagen zu dem Vorlesungen gebracht also ihn zusammen gelaufen.
00:16:12: gleichzeitig haben wir aber auch den Weg geübt.
00:16:15: Ja genau, sie habe mich sozusagen zum Seminar gebracht.
00:16:18: Habe ich dann wieder abgeholt und danach haben wir noch so zwei oder drei Stunden lang geübt auf dem Campus Und das ging dann so ein, zwei Wochen lang und dann ging es eigentlich auch schon.
00:16:26: Also dann konnte ich auch alleine zu den Vorlesungen und zur Mensa und so.
00:16:29: Okay!
00:16:30: Wie hast du dich bei deinen Mitstudierenden aufgehoben gefühlt?
00:16:35: Haben die dich behandelt?
00:16:36: Hast du da gleich Anschluss gefunden oder wie war das?
00:16:39: Die waren alle sehr nett.
00:16:40: also generell sind Menschen Amerika sehr höflich.
00:16:44: Ich glaube aber, dass es nicht immer so gemeint ist oder nicht ganz aufrichtig ist.
00:16:49: Das ist mein Eindruck!
00:16:50: Und das Problem hatte ich dann auch an der Uni sozusagen.
00:16:54: Es war generell so, wir waren sehr kleine Klassen oder kleine Kurse... Ich hatte vier Stück!
00:17:00: Das war sozusagen das typische Workload was man hatte für Kurse und wir waren nicht mehr als fünfzehn Leute pro Kurs und jeder hatte seinen eigenen Tisch, d.h.
00:17:09: es gab keine Sitz rein oder so.
00:17:12: Deswegen dadurch dass jeder seine eigene Stuhl, seine eigene Tisch hatte war ein Gespräch eher unüblich.
00:17:17: Also man hat sich reingesetzt in den Vorlebensraum-Seminarraum, dann hat man irgendwie gewartet bis die Dozentin reinkam und dann war das Seminar sind alle nach Hause gegangen.
00:17:26: Es war sehr schwierig, mit Menschen in den Kontakt zu kommen.
00:17:30: Ich hatte dann eine depressive Episode während des Semesters irgendwann, weil alles schon ein bisschen anstrengend war.
00:17:38: Und ich hab mit einer Therapeuten gesprochen, die selbst auch blind war ... was aber Zufall war.
00:17:44: Sie wusste nicht, dass ich nicht sehen kann und ich wusste, sie ist blind.
00:17:46: Dann wurde ich auf einmal zugeteilt.
00:17:49: Sie hat gesagt, dass die Uni an sich, also University of Nebraska, Omaha einen sogenannten Commuter College ist und das heißt sozusagen, dass viele aus den umliegenden Städten oder vielleicht sogar aus der selben Stadt kommen zur Uni gehen und dann wieder nach Hause gehen.
00:18:04: und sozusagen nicht auf dem Campus übernachten.
00:18:06: Also viele, viele bleiben zwar da aber der Großteil des Studenten eben nicht.
00:18:10: Und das ist so ein bisschen das Problem an diesem Campus glaube ich gewesen.
00:18:14: Tatsächlich die Uni hatte glaube ich fünfzehntausend Studierende Aber sie wirkte nicht so.
00:18:18: als ich auf den Campus gelaufen bin zum Beispiel bin ich nicht so vielen Menschen begegnet wie ich jetzt eigentlich gedacht hätte.
00:18:25: Das hätte ich vielleicht bei der Auswahl der Unis berücksichtigen können.
00:18:30: Also es gibt ja diese kleinen College Towns, wo die Stadt zwar sehr klein ist aber die Uni sozusagen der Hauptfaktor in der Stadt ist und viele Menschen eben dort wohnen weil sie, weil die Stadt eben so klein ist weiter entfernt sind von ihrer Familie, vielleicht hätte ich so eine Uni auswählen sollen weil sozusagen dann einfach viel mehr auf den Campus stattfindet.
00:18:47: Also der Campus ist quasi eine Stadt in der Stadt sozusagen und ich habe dann hätte man vielleicht etwas mehr Anschluss gefunden.
00:18:53: also das wäre also würde ich fürs beim nächsten mal vielleicht anders machen.
00:18:57: Meine Mitbewohnerinnen wie gesagt es waren drei Frauen die waren auch alle sehr nett Aber zwei von denen waren schon sehr eng befreundet, die haben auch schon seit zwei Jahren da gelebt und die haben immer zusammen irgendwie irgendwas gezockt glaube ich oder so.
00:19:09: Das heißt es war schwierig mit denen in Kontakt zu kommen.
00:19:12: wir haben ab und zu mal gesprochen was war meistens eher so Smalltalk Und die andere?
00:19:16: Die war auch kaum da.
00:19:18: also die hatte glaube ich auch sehr viel zu tun und wenn sie war dabei war sie auch oft im Zimmer.
00:19:23: Also zwischen uns gab es eigentlich nie wirklich viel Interaktion und das ist auch so geblieben leider.
00:19:28: Aber auch da muss ich dazu sagen, ich habe mich jetzt nicht extrem drum bemüht dass sich ändert.
00:19:34: Ich würde sagen wir sind vielleicht beide einfach nicht besonders aufeinander zugegangen aber es gab zumindest auch keine Streitigkeiten oder keine Konflikte.
00:19:41: Kannst du noch irgendwas erzählen, was dir an Besonderheiten weg aufgefallen ist?
00:19:45: Was dir im Vergleich... Du hast ja auch gesagt, dass du wissen wolltest.
00:19:48: Wie lässt sich denn die Uni zum Beispiel mit der in Hannover vergleichen?
00:19:53: ist es auch so barrierefrei und oder gibt's da irgendwelche besonderen Erlebnisse oder Beobachtungen, die du noch teilen möchtest?
00:20:01: Ja also einmal zum Thema O&M.
00:20:04: das hat mich wirklich am meisten beeindruckt glaube ich wie viel Geduld und Zeit die das Office mitgebracht hat.
00:20:09: einfach für mich In Hannover zum Beispiel ist es so, es gibt glaube ich den sogenannten Orientierungstag für Studierende mit Behinderung.
00:20:17: Ich glaube da geht man dann an einem Tag sozusagen die wichtigsten Orte entlang.
00:20:23: Ich hatte sozusagen nicht nur einen Tag.
00:20:25: also ich habe dann gefragt ob ich das auch irgendwie öfter machen kann und wir hatten dann auch mehrere Stunden bekommen und eine Hive war, hat mir geholfen bzw.
00:20:35: O&M.
00:20:35: ein bisschen haben wir dann geübt Aber es war trotzdem nicht so umfangreich wie jetzt in den USA zum Beispiel.
00:20:41: Also da sind wir wirklich stundenlang, haben wir auch Sachen wiederholt und es waren dann auch nicht nur so Sachen die unbedingt wichtig waren für die Vorlesung sondern z.B.
00:20:51: auch das Fitnessstudio was auf dem Campus war.
00:20:53: Da sind wir dann auch eingegangen und haben uns alles in Ruhe angeguckt und so.
00:20:56: also es war schon sehr beeindruckend.
00:20:59: Das würde ich mir glaube ich für Unis und Deutschland generell auch wünschen dass man da Und wie soll ich sagen, unbegrenzte oder sehr umfangreiche Möglichkeiten hat O&M zu bekommen.
00:21:10: Auch vonseiten der Uni sozusagen.
00:21:13: Was gab es noch?
00:21:14: Bookshale finde ich ein sehr schönes Angebot dass man einfach seine Bücher runterladen kann.
00:21:18: also ich habe wirklich... Ich musste keinen Dozent fragen ob die mir irgendwas digital zur Verfügung stellen können weil die Bücher einfach schon digital waren.
00:21:26: Also ich musste nichts kaufen oder so, ich habe mir einfach die Büchern runtergeladen kostenlos und die Sachen, die quasi nicht in Bücheren waren irgendwelche Artikeln oder so haben die Dozenten meistens digital reingestellt.
00:21:36: also da gab es nicht dieses Problem mit oh.
00:21:38: ist das irgendwie gescannt?
00:21:39: aber wie schlecht gescanned?
00:21:40: oder erkennt dass die OCR nicht oder so?
00:21:42: Das ruhen hätte ich einfach gar nicht.
00:21:44: was fand ich noch überraschend?
00:21:45: Ich glaube das waren so die größten zwei Unterschiede.
00:21:49: Vielleicht ein bisschen was auch zu dieser politischen Geschichte.
00:21:53: Ich habe mich auch oft gefragt, warum ich da überhaupt jetzt aktuell bin?
00:21:57: Auch als die Eis-Fälle passiert sind... Also Eis hat im Januar kurz nachdem ich angekommen bin einen Demonstranten erschossen.
00:22:05: Das hat uns alle sehr schockiert und ich war auch sehr traurig.
00:22:08: Ich glaube alle waren auf dem Campus sehr trauer.
00:22:11: Man hatte sich die bedrückende Stimmung schon sehr gemerkt auf jeden Fall Aber ich hätte nicht noch länger warten können, weil ich ja bald mit dem Bachelor durch bin.
00:22:19: Und ich wollte sozusagen unbedingt die Infrastruktur dort einfach kennenlernen.
00:22:25: Also das was durch das ADA ermöglicht wird.
00:22:28: und ich wollt mir selbst einfach angucken... ...und ich wusste dass viele Leute vor allem an der Uni auch sehr progressiv sind.. ..und ich wollte einfach gerade diese Menschen eigentlich auch kennenlern um mit diesen Menschen in den Austausch treten!
00:22:39: Das ist tatsächlich auch so passiert.
00:22:40: also ich habe Kurse gewählt sehr queer waren sozusagen.
00:22:45: Einer war gender studies, das andere war indigene Literatur.
00:22:49: Es waren wirklich sehr interessante Kurse und sehr linke Kurse würde ich sagen.
00:22:52: also dass das Profil war sozusagen sehr eindeutig.
00:22:57: Ich glaube es gibt keine einzige Person die jetzt als republikanisch eingeordnet hätte.
00:23:05: Es gab eine sehr starke Diskussionskultur in den Seminaren, was man aus Deutschland auch nicht kennt.
00:23:11: Sehr viele Leute haben von ihrem persönlichen Erfahrung erzählt während einer akademischen Diskussion sozusagen.
00:23:17: In Amerika haben sie es hinbekommen so eine Brücke zu schlagen zwischen persönlichen Erfahrungen und akademischem Thema Und das heißt, in der Hinsicht hatte ich glaube ich kein Problem und es war sehr schön die Perspektiven von diesen Menschen mitzubekommen.
00:23:32: Generell gab's aber auch eine sehr starke Anspannung also vor allem in diesen Queerkursen sozusagen einfach weil sehr viele queere Menschen gab und Transmenschen und so dass sie wirklich Angst hatten ja, dass ihre Rechte sozusagen weggenommen werden.
00:23:45: Also man hat das schon sehr deutlich gemerkt insgesamt aber eine sehr schöne Erfahrung gewesen zu merken, dass sich einfach sehr viele... also ein sehr großer Teil der Gesellschaft sehr entschieden gegen diese Regierung stellt und gegen ein rechtes Gedankengut.
00:24:00: Ja gut, dann erzähl doch jetzt mal was du, was dieses ganze Erlebnis mit dir gemacht hat.
00:24:05: Das ist ja kein Spaziergang.
00:24:09: Du hast erzählt wie man das vorbereiten muss und man muss auch erstmal den Mut aufbringen, dass überhaupt auch das ein bisschen was zu riskieren und auch irgendwie etwas Unbekanntes mal in Angriff zu nehmen.
00:24:19: Und wenn man das dann irgendwie vollbracht hat, dann ist man doch... Dann schwebt man noch irgendwie so auf einer Wolke kann ich nur sagen oder wie war das bei dir?
00:24:28: Ja!
00:24:28: Ich habe auch gedacht dass die ich dieses Gefühl haben werde es ist glaube ich nicht so ganz eingetreten.
00:24:34: Das liegt vielleicht aber auch an meinem eigenen Anspruch.
00:24:36: also dadurch dass sich nicht so sozial war wie ich gerne wäre oder gewesen wäre, war ich am Ende so ein bisschen enttäuscht darüber dass sich jetzt keine Freunde gefunden habe.
00:24:47: Ich merke gut das ist in vier Monaten auch sehr schwierig muss ich sagen so long term Freundschaften zu knüpfen.
00:24:54: aber ich hab mich schon so gedacht naja irgendwie ich hätte mehr unternehmen können glaube ich.
00:24:58: also er hat es nicht die ganze Zeit in meinem Zimmer alleine aber es war schon sehr einsam manchmal genau deswegen war ich auch ein bisschen etwas mit mir selbst.
00:25:08: Aber an sich grundsätzlich war es schon ein sehr schönes Gefühl.
00:25:12: dann am Ende.
00:25:14: Wo du deine Therapeutin erwähnt hast, musst du jetzt auch noch erzählen was dir in Bezug auf NONFIRNZWANZIG gesagt hat?
00:25:20: Hattest du ja mal einen Gespräch?
00:25:22: Das fand ich total interessant weil das ein Blickwinkel war, den ich noch nie so gesehen oder gehört hatte.
00:25:29: Okay also kurz zu NON-FIR-ZWANSIG ist eine Schlafstörung die Ich glaube, hauptsächlich bin den Menschen betrifft, die keine Lichtwahrnehmung haben.
00:25:37: Und da ist die Melatonin bzw.
00:25:39: Cortisolproduktion gestört dadurch das eben die Lichtwahlnehmungen fehlt und der Tag-Nachtrhythmus verschiebt sich sozusagen immer wieder, immer weiter nach hinten.
00:25:51: Und ich habe die Vermutung dass ich das vielleicht haben könnte beziehungsweise irgendeine andere Art von Schlafstörung glaube ich.
00:25:57: aber bei mir ist so zu sagen Ich genieh zur selben Zeit schlafen und es gibt da wirklich sehr viele Tage, wo ich dann bis vier oder fünf nicht schlaven kann.
00:26:06: Und einfach nicht müde werde.
00:26:08: Das war auch ein sehr großes Problem tatsächlich weil ich einige Events oder einige Verabredungen die ich sozusagen vor hatte mit Leuten absagen musste, weil ich so müde war.
00:26:18: Und ich bin auch manchmal einfach nicht zur Vorlesung gegangen.
00:26:20: Also ich hab schon versucht sehr oft hinzugehen, v.a.
00:26:22: weil's auch Anwesenheitspflicht gab Aber manchmal ging es einfach nicht, damit ich zu Hause geblieben.
00:26:28: Dadurch dass man immer so spät aufwacht und irgendwie komisch ist man dann auch sehr träge ... Und das begünzt sich natürlich oder verursacht die depressive Episode.
00:26:39: Ich hab den Verdacht, dass sich das gegenseitig verstärkt wie ein Teufelskreis quasi.
00:26:45: Und das habe ich der Therapeutin erklärt.
00:26:47: Ich hab dann gesagt, dass viele Menschen das nicht so richtig verstehen und es auch schwierig ist zum Beispiel den Dozenten zu erklären, warum ich jetzt die Hausarbeit später einreiche oder warum ich nicht zur Vorlesung gekommen bin.
00:26:59: Da meint sie, naja, es ist ja im Prinzip wie einer sehenden Person, die keinen rund vierundzwanzig hat, zu sagen, dass sie bitte jeden Tag um zwei Uhr nachmittags schlafen gehen soll.
00:27:09: Das hat mich wirklich sehr geflasht.
00:27:10: also ich dachte mir Ja genau!
00:27:11: Also ich sag ja zu meiner Schwester oder so, du musst jeden Tag und zwei Uhr schlafen gehen.
00:27:16: Weil das einfach nicht gehen würde.
00:27:17: Sie würde auch gar nicht schlaven können um zwei Uhr nachmittags weil es hell ist und weil's einfach nicht funktioniert.
00:27:24: Und genauso ist es ja bei mir auch nur umgekehrt sozusagen.
00:27:28: Das haben wir ein schönes Gefühl gegeben von ich werde verstanden und keine Ahnung, einfach so ein sehr freies... wie heißt das?
00:27:37: Ich weiß nicht, wie ich in Worte fasse.
00:27:39: Das heißt, dass sie gesagt hat ... Dass man von einer blinden Person, die noch nicht verlangen kann, von zwei bis sechs Uhr schlafen soll und dann wacht zu sein hat?
00:27:49: Das ist genauso als würde eine sehenden Person sagen, du kannst dich bitte um zwei Uhr nachmittags ins Bett legen, wenn ich auch müde wäre!
00:27:56: Genau, richtig.
00:27:57: Ja genau, das habe ich auch gleich gesagt.
00:28:00: Wow!
00:28:01: Das nimmt diesen Zustand wirklich ernst und sagt ja es gehört halt zu mir.
00:28:07: Ich bin so.
00:28:08: Und das hatte ich hier zum Beispiel noch nie von irgendwem gehört.
00:28:12: also ich bin hier auch in Therapie aber ich auch sehr lange schon.
00:28:16: aber ich habe das noch nie gehört auch von Ärzten nicht dass sie da so verständnisvoll waren und es ernst genommen haben.
00:28:26: Zum Schluss gibt es noch einige Infos für euch.
00:28:28: Wir haben in den Show Notes einige Links bereitgestellt, Jada hat ja verschiedene Anlaufstellen genannt die ihr dort alle findet.
00:28:35: da wäre zum einen Bookshare der Service.
00:28:38: auf der Website steht People with Print Disabilities richtet Druckbehinderung gibt's im Deutschen auch nicht.
00:28:44: also damit sind Menschen gemeint die entweder die schlecht lesen können normale gedruckte Bücher schlecht lesen können, weil sie entweder blind sind oder kognitiver eingeschränkt sind.
00:28:55: Das kann man auch als Privatperson nutzen, kostet dann neun Siebzig Dollar pro Jahr.
00:28:59: für StudentInnen und SchülerInnen ist es gratis!
00:29:02: Und
00:29:02: man muss dann halt da seine Behinderung
00:29:04: nachweisen
00:29:04: und hat dann Zugang zu allen möglichen sehr aktuellen Büchern und eben auch ganz viel Bilitristik, was Jada ja schon gesagt hat.
00:29:12: Dann gibt's einen Link zum International Students Exchange Program ISAP Also die Leute, die für Jada das mit der Uni organisiert und abgewickelt haben.
00:29:19: Dann gibt es einen Link zur Deutschen Fullbright Kommission.
00:29:22: Fullbright ist ja diese Stiftung bei der man Stipendien für Studien oder Semester in den USA beantragen kann.
00:29:30: Und schließlich gibt's einen Link zum Toffel also dem Test of English as a Foreign Language, der ja von ganz vielen Unis- und Firmen weltweit anerkannt und auch gefordert wird.
00:29:41: Da gibt es ein Link zur Educational Testing Service Website.
00:29:45: Ja, dann wünschen wir euch viel Erfolg und kommt gut glattern raus.